Fakten zu Stuttgart 21

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Pressemitteilungen | 30. Oktober 2010

1. Beim bisherigen Kopfbahnhof besteht die Ein- und Ausfahrt nur aus 5 Gleisen. Dieser Engpass kann nicht behoben werden, so dass mit der beschlossenen Lösung des unterirdischen Durchgangsbahnhofes mit 8 Gleisen die Durchfahrtkapazitäten stark erhöhen werden. Unabhängige Untersuchungen haben ergeben, dass im optimalen Leistungsbereich die neue Lösung mit 42 – 51 Zügen je Stunde deutlich leistungsfähiger ist als die Lösung mit einem ausgebauten Kopfbahnhof (Konzept Kopfbahnhof 21) mit 28 – 38 Zügen je Stunde. Die maximale Leistungsfähigkeit liegt beim neuen unterirdischen Durchgangsbahnhof bei 72 und beim ausgebauten Kopfbahnhof bei 48 Zügen je Stunde. Diese Zahlen sprechen für sich und verdeutlichen den immensen Vorteil von S21.

2. Die Behauptung, dass sich die Reisezeit vom Zollernalbkreis nach Stuttgart verlängern wird, ist ist schlicht falsch. Für den Zollernalbkreis führt S21 zusammen mit der Elektrifizierung der Zollernbahn zu einer deutlichen Fahrzeitverkürzung und macht die Bahn als Alternative zum Auto erst interes-sant. Von einer Verlängerung der Reisezeit kann deshalb keine Rede sein.

3. Weil Dieselfahrzeuge aus Umweltgründen wegen der Belastungen mit Abgasen und Lärm nicht in den neuen unterirdischen Durchgangsbahnhof einfahren dürfen, ist es bis zur durchgängigen Elektrifizierung der Zollernbahn notwendig, dass die Reisenden in Tübingen umsteigen müssen. Wenn die Elektrifizierung erfolgt ist, können die Reisenden direkt bis in den neuen unterirdischen Durchgangsbahnhof von Stuttgart durchfahren. Davon werden gerade die Pendler aus dem Zollernalbkreis, die jeden Tag in den Großraum Stuttgart fahren müssen, von S21 profitieren

4. Es ist richtig, dass die Elektrifizierung der Zollernbahn ist nicht Bestandteil des Projektes S21 ist. Das bedeutet aber auch, dass selbst bei einem Scheitern von S21 kein Cent in die Elektrifizierung der Zollernbahn fließen wird. Deshalb ist dies weder ein Argument pro noch contra S21

5. Die Konzeption von S21 wurde entgegen anderslautenden Behauptungen ständig aktualisiert. Es ist eine Zukunftsinvestition, von der der Zollernalbkreis enorm profitiert. Im Übrigen gab es die gleichen Diskussionen bei der Verlängerung der Start- und Landebahn des Stuttgarter Flughafens bzw. beim Bau der Landesmesse auf den Fildern oder auch schon beim Stuttgarter Fernsehturm. Heute sind wir als Baden-Württemberger froh, dass damals diese Projekte auch gegen Widerstände durchgesetzt worden sind.

6. Eine Reaktivierung der Bahnlinie Balingen – Rottweil würde bedeuten, dass ein Großteil der Trasse neu gebaut werden müsste. Hier sehe ich mittel- und langfristig keine Realisierungschancen, stattdessen werden durch S21 die bestehenden Verkehrsverbindungen optimiert.

7. Erstaunlich viele Menschen aus dem Zollernalbkreis beginnen
Urlaubsreisen am Stuttgarter Flughafen. Und eine direkte Anbindung in nur ca. 60 Minuten per Bahn an den Flughafen ist für die mittelständischen Betriebe, die Wirtschaft unserer Region, eine großer Schritt nach vorne. Eine Anbindung ohne die immer wiederkehrende Frage, ob denn die B27 ohne Stau zu befahren ist und unsere Bürgerinnen und Bürger ihren Urlaub pünktlich antreten können. Dies bedeutet aber nicht, dass der 4-spurige Ausbau der B27 nicht mehr notwendig ist, dieser ist vor allem für den Güterverkehr, der durch den Zollernalbkreis hindurchführt, von immenser Bedeutung.

8. S21 eröffnet für Berufspendler große Fortschritte, nNicht kurzfristig,
aber mittelfristig mit komfortablen Elektrozügen und kürzeren Fahrzeiten.
Die Verwirklichung von S21 ist eine Investition für die jüngere und
nachfolgende Generationen. Das ist vorausschauendes, verantwortungsvolles Handeln. Polemische Behauptungen, etwa in der Art, dass unsere Bürgerinnen und Bürger „alles fressen müssen, was man ihnen vorsetzt“, sind doch völlig daneben. Bereits seit 1995 wurde die Machbarkeitsstudie öffentlich vorgestellt, Anfang 1997 wurden alle Unterlagen aus den Raumordnungsverfahren in den betroffenen Gemeinden ausgelegt und dann wurde nach Abschluss der Planungsverfahren im Jahre 2006 das Projekt S21 vom baden-württembergischen Landtag mit 115 zu 15 Stimmen beschlossen. Im Übrigen waren von Anfang an auch die Grünen über die Projektdetails von S21 informiert. Ausschlaggebend sind aus meiner Sicht ausschließlich Wahlkampfgründe für die anstehende Landtagswahl 2011, die bei den Grünen zu diesem Gedächtnisverlust geführt haben.

Jan Dietz

Jan Dietz aus Ratshausen ist Mitglied des Landesvorstandes der Liberalen Initative Mittelstand e.V (LIM) Baden-Württemberg.

Außerdem ist Jan Dietz Mitglied im Landesfachausschuß Sozial-, Gesundheits- und Familienpolitik und Leiter des Arbeitskreises Gesundheit.